Friday, 20 April 2012

All the world is a stage


Die Zeit rennt schneller als ich und ich komme mit dme schreiben nicht mehr hibnterher. Dies ist der Blogpost von vor einem Monat, der naechste folgt in Kuerze

Vor kurzem waren Luise und ich wieder ein Mal in Kovalam am Strand. Dort haben wir Lioba und Luise, zwei Freunde von Luise getroffen, die eine Indienreise machen und uns immer mal wieder besucht haben. Außerdem habe ich Luise zum Geburtstag ein Essen im 5 Sternehotel in Kovalam geschenkt. Es ist auf einer  Klippe gebaut, von der man weit über das Meer schauen kann. Es gibt einen riesigen Pool, eine Cocktailbar und ein großes Buffet. Wir zogen uns unsere Seidenkleider an und setzen uns zuerst an die Cocktailbar, um die Ruhe, den Ausblick und was kühles zu trinken zu genießen. Zuerst war es ein Schock für uns. Eine solches Hotel hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen und ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, dass sich dies in Indien ändern würde. Als wir dort an der Bar saßen, wurden wir von dem Inder Jacob und seiner Freundin Synthia angesprochen. Es stellte sich heraus, dass Jacob, der mit 17 nach Las Vegas gezogen ist und  ein riesiges Unternehmen in Las Vegas mit Zweitsitz in Kovalam und einige Restaurants besitzt.  Einige Zeit im Jahr verbringt er also in Kovalam und kommt an den Wochenenden mit seiner Freundin ins Hotel und mietet sich ein Zimmer mit Meeresblick für über 200 Dollar die Nacht. Wir unterhielten uns den Abend über mit den beiden und  später als Luise 2 und Lioba vorbei kamen, luden sie uns zu Wein, Cocktails und ein paar indischen Tapas ein.
Am kommenden Tag wurden wir von den beiden zum Buffetessen ins Hotel eingeladen und anschließend wurden uns die Büroräume des Unternehmens gezeigt. Aus einer Mischung von der typischen indischen Gastfreundschaft und dem präsentieren des eigenen Reiches,  ließen wir uns alle durch die einzelnen Räume führen und sagten immer ooh, ahaa oder beautiful. Alles in Allem  war es wie auf einer Bühne. Kaum sind wir in einem edlen Hotel oder teuer eingerichteten Büroräumen, laufen wir aufrecht, essen mit Messer und Gabel und lachen freundlich die Menschen an, die uns entgegenkommen.  Am Abend wurden Luise und ich dann bis zur Bushaltestelle gefahren und uns wurden 6 Pizzen mit auf den Weg gegeben.  Selbstverständlich waren das zu viele. Da wir ständig Stromausfall haben können wir den Kühlschrank nicht nutzen und nach kurzer Zeit waren die Pizzen vergammelt. Es war es ein schönes und interessantes Wochenende. Ich schreibe darüber weil dieser Unterschied zwischen ganz Reich und ganz Arm so erschreckend für mich war. Die Bilder hier zeigen einerseits das Essen, dass Luise und ich täglich auf dem Dorf gegessen haben und das Essen was wir einmalig im Hotel genießen konnten.
.Jetzt sitzen wir wieder  in Trichy in unserem kleinen Zimmer ohne Strom und fließend Wasser und sind trotz des niedrigeren Lebensstandars doch irgendwie froh, nicht auf Dauer die Rolle der reichen weissen, die sich im feinen Hotel benehmen sollte oder der interessierten, von all dem Reichtum beeindruckten Mädchen zu spielen, in die wir uns irgendwie gedrängt gefühlt haben.
Wie Shakespeare schon sagte all the World is a stage.
Dieses Zitat von William Shakespeare schwirrte mir eine weile im Kopf herum, als Luise und ich vor einigen Monaten in Kovalam am Strand den netten Australier William kennen gelernt haben, der diese Worte auf seinem Oberarm  tätowiert hatte. Das Wochenende mit Jacob und  das Schulfest letzte Woche haben mich wieder daran erinnert.
Gefeiert wurde der Gründungstag der Schule vor 11 Jahren, in der Luise und ich nun täglich unterrichten.
Die Kinder haben die unterschiedlichsten Tänze aufgeführt, Theaterstücke eingeübt oder Reden gehalten. Diese Art von Feiern, haben wir nun schon einige miterlebt. Die Inder hier scheinen ganz verrückt danach zu sein, besondere Leute einzuladen und dann unterschiedliche Dinge vorzuführen. Diese Festlichkeiten ziehen sich immer total in die Länge. So auch dieses Mal.
Die Schulleiterin und unsere Chefin haben lange Reden gehalten und wie immer sehr stolz verkündet, Freiwillige und Studenten aus Deutschland und den Niederlanden da zu haben, die so viel für die Schüler tun. Mich und Luise hat das stark verwundert, da wir eigentlich nicht das Gefühl haben, dass unsern Chefs es besonders wichtig ist, dass wir da sind und unsere Arbeit ansonsten nicht besonders gewürdigt wird. Wie immer bei solchen Veranstaltungen haben wir uns als Vorführobjekt gefühlt. Es wertet die Organisation nämlich in den Augen vieler Inder auf, dass Europäer in den Schulen oder Hostels mitarbeiten.
Nachdem aber der offizielle Teil vorüber war, war es toll den Kindern bei ihrer Performence zu zusehen. Luise und ich hatten auch einen Auftritt mit unserem Schulchor. 3 kleine Lieder haben   wir mit einer Gruppe von ca 10 Kindern zum Besten gegeben. Luise war wieder verantwortlich für die musikalische Begleitung mit Gitarre und Klavier. Ich habe mich um eine Art Performance gekümmert. Wir haben eine Einsingübung auf Deutsch vorgeführt, bei der abwechselnd Obstsorten in unterschiedenlichen Tönen gesungen werden. Damit die Zuschauer verstehen konnten um welches Obst es sich gehandelt hat, haben  die Kinder im schnellen wechsel immer die jeweilige Frucht in die Höhe gehalten. Das hat auch zimlich gut funktioniert und dem Publikum scheint es auch gefallen zu haben. Besonders gefallen hat mir das Drama meiner fünften Klasse auf tamil. Ich habe es nicht ganz verstanden aber ich fand die Kostüme schön und die Gesten und Mimiken, die sehr aussagekräftig waren.
Leider habe ich nur noch drei Unterrichtsstunden mit dieser Lieblingsklasse von mir. Danach werde ich zwei Freunde in Bombay treffen und wenn ich zurückkomme, ist das Schuljahr für sie zu Ende und sie gehen auf die höhere Schule. Ich habe in der Klasse abstimmen lassen, was die Kinder noch durchnehmen wollen. Ein Mitspracherecht bei Unterrichtsthemen ist den Kindern etwas vollkommen neues. So musste ich erst ein Mal das System der Demokratie erklären, wieviele Stimmen jeder hat etc. Der Großteil der Kinder möchte etwas über China und Malasia hören. Diesen Wünschen werde ich nachgehen und muss mich also über zwei für mich ebenso fremde Länder informieren. Die letzte Stunde werde ich ein Spiel machen und eine Art Feedbackrunde.
Andria ein Mädchen aus der fünften, die häufigin den Pausen zu mir kommt um sich mit mir zu unterhalten werde ich schon ein wenig vermissen, wenn ich Mitte April zurück in die Schule komme. Sie wollte unbedingt ein Foto mit mir machen, wissen wie mein Zimmer in Deutschland aussieht und meine Familie. Sie möchte wissen, was meine Lieblingsfarbe ist und welche Bücher ich gern lese oder welche Spiele ich gern spiele. Es ist schoen zu wissen, dass es Schueler gibt denen mein unterricht etwas bedeutet.

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