Tuesday, 24 April 2012

In Indien bist du niemals alleine


Vor einigen Wochen habe ich also meine fünfte Klasse verabschiedet.
Ich habe die Flaggen aller Länder auf Papier ausgemalt und sie in unserer Spielhalle auf dem Boden verteilt. Mexico, Spanien, Indien, China, Frankreich, Holland, Deutschland...
Dann habe ich Sätze vorgelesen, mit Aussagen die spezifisch für eines der Länder waren. Die Kinder sollten entscheiden, auf welches Land die jeweilige Aussage zutrifft und zu der dazugehörigen Flagge laufen. Es war ein ziemliches Durcheinander. Im Endeffekt ist aber einiges hängen geblieben. Sie wissen, dass man in Deutschland deutsch spricht, dass der Eifelturm in Paris steht und dass es in Holland viele Windmühlen gibt. Nach diesem Spiel haben wir noch Stoptanz zu indischer Musik gespielt und ein paar letzte Fotos gemacht. Die Kinder sind mir bis auf die Straße nachgelaufen und haben gewunken. Es war ein sehr schöner Abschied.
Am Tag darauf bin ich früh morgens in den Zug nach Hyderabad eingestiegen und bin damit meine  erste Reise alleine angetreten. Zuerst bin ich nach Chennai und von dort aus habe ich den Nachtzug nach Hyderabad genommen.


Nach 13 Stunden Fahrt sind wir morgens in Hyderabad angekommen. Ich habe mir erst Mal nach eine billige Unterkunft gesucht. Danach wollte ich in die Innenstadt fahren aber die Autorikshafahrer haben viel zu hohe Preise verlangt. Ein Ehepaar hat mich aus einem Auto beobachtet, hatte Mitleid mit mir und fuhr mich dann im klimatisierten Auto quer durch die Stadt ins Stadtzentrum. So bin ich dann einige Stunden über den Markt geschlendert. Hyderabad  ist bekannt für Perlen und Bangels sowie Stoffborten, die man zum verzieren von indischer Kleidung verwendet. Die Atmosphäre und das Treiben auf den Straßen ist ganz anders als bei uns in Tamil Nadu. Es gibt viel mehr Muslims und verschleierte Frauen auf den Straßen. Die Markthändler preisen ihre Ware lauter und aufdringlicher an als ich es gewohnt bin, fast so wie in Marokko.


Ich war die einzige Touristin und nach einiger Zeit etwas genervt von den Zungenschnalzen der Markthändler und dem „Please Madame, come to my shop“. So bin ich wieder zurück in mein Hostel. Nachts klopfte dann die Polizei an die Tür, durchwühlte meine Kleidung und wollte wissen, ob ich in Hyderabad Leute kenne und einfach nachsehen, ob es sich bei dem billigen Hotel  nicht um ein unangemeldetes Bordell handelt. Ich habe von gelgentlichen Polizeikontrollen in Hostels gehört aber fühlte mich nach dem Verhör doch etwas unwohl und alleine, in  diesem dreckigen Hotelzimmer in der für mich fremden Stadt.
Am darauffolgenden Tag musste ich um 10 Uhr auschecken, hatte allerdings noch den ganzen Tag vor mir, bis mein Zug abends nach Mumbai aufbrechen sollte.Ich fuhr zu einer Mall, beobachtete Indiens Oberschicht und fragte nach einiger Zeit des Langweilens eine Gruppe Jugendlicher nach einem Park oder einem Ort zum Zeitverbringen, bis mein Zug fuhr.
Kurzerhand  stiegen sie mit mir in eine Riksha und fuhren mit mir an einen großen See, wo wir was tranken , Spazieren gingen und uns sehr sehr lange unterhielten.
Diese drei Jugendlichen waren ganz anders als die, die mir in Trichy über den Weg laufen. Selbstbewusst und engagiert und irgendwie sehr viel Selbstständiger als bei uns.
Anschließend fuhren wir zu Shraddha nach Hause, wo ich den für Hyderabad typischen biriyaniiiii probieren sollte und Zeit hatte zu duschen. Danach haben wir gemneinsam Chapati für meine  Weiterreise zubereitet und ich wurde mit Proviant bis zu meinem Zug begleitet.
Shraddha rief am Abend noch einen Freund aus Mumbai an, der mich am kommenden Tag am Bahnhof abholen und mir bei der Suche nach einem günstigen Hotel helfen sollte.
Ich wurde also von einem netten Inder am Bahnhof abgeholt und fuhr mit ihm auf seinem Motorrad   Stunden durch diese riesige, moderne Stadt auf der Suche nach einem günstigen Hotelzimmer. Im Endeffekt zahlte ich dann 1600 Rupies (25  Euro ) und damit so viel, wie im Süden für 5 Nächte, die ich mir aber mit Luise teile. Mumbai ist die teuerste Stadt in ganz Indien.



Ich bin zum Gateway of India gefahren und habe dort zwei Norwegerinnen angesprochen,mit denen ich dann den Tag verbracht habe. Wir sind zum Marine Drive, dem berühmten Strand in Mumbai und sind durch die Straßen geschlendert. Zwischendurch habe ich die unterschiedlichsten Menschen auf den Straßen angesprochen, um mir erklären zu lassen, wie ich nachts mit dem Zug zum Flughafen kommen würde um meine beiden Freunde abzuholen. Eine Frau um die 60 mit sehr schlechtem englisch bestand darauf, mich am nächsten Tag anzurufen um sicher zu sein, dass es mir gut ginge. Dass hat sie dann auch am kommenden Tag gemacht. Ich bin mit meinen Freunden dann noch auf den beeindruckenden Stoffmarkt gegangen, bevor wir am Abend den Nachtbus nach Palolem in Südgoa nehmen sollten. Nach einer ziemlich unbequemen Busfahrt im Schlafwagen, in dem man sich das Bett mit einer anderen Person teilen muss, sind wir dann in Palolem an einem Traumstrand angekommen. 

Der Süden in Goa ist weit weniger touristisch als der Norden. Außerdem waren wir am Ende der Saison da, sodass wir in einer günstigen, aus Palmenblättern gewebten Hütte untergekommen sind. Am Strand gibt es einige Restaurants, in denen wir tagsüber frische Mangolassis und nachts frischen Fisch genießen konnten. Ich glaube es war der schönste Strand an dem ich je war. Wir haben zusammen ein paar Spaziergänge über die Felsen gemacht, haben uns Mofas ausgeliehen und sind zwei Stunden nach Margao gefahren, über den Markt geschlendert und zurück, waren Baden , haben Musik gehört und sehr viel erzählt und gelacht.

Nachdem meine Freunde wieder abgereist sind, habe ich mir noch eine Strandhütte mit Nina einer  Künstlerin aus London geteilt, mit der ich sehr lange nette Gespräche geführt habe und am letzten Tag noch mit dem New Yorker Noah ein Kanu gemietet habe, und auf dem Meer rumgepaddelt bin.

Dann habe ich mich wieder auf den Weg nach Trichy gemacht. Um dort hinzukommen, musste ich mit dem Nachtbus nach Bangalore. Dieses Mal habe ich mir mein Abteil mit einer jungen Inderin aus Bangalore geteilt, die zu meinem Glück sehr schlank war und nicht viel Platz auf unserem Bett in Anspruch genommen hat. Nachts gab es mitten auf der Autobahn einen Motorschaden und ich sah Qualm an unserem  Fenster vorbei aufsteigen. Letztendlich blieb der Bus drei Mal für längere Zeit stehen. Ursprünglich sollten wir um 06:30 Bangalore erreichen.  Wir kamen allerdings erst um 13:30 an und damit verpasste ich meinen Anschlussbus nach Trichy und musste bis 23:30 warten. Ich habe mich dann auf den Weg in die Innenstadt gemacht und bei Mc Donalds die Pommesfrau gefragt, ob es eine freie Steckdose gäbe, an der ich mein Laptop aufladen könne. Wie sich heraus stellte war sie taub. Ich redete kurz mit ihr mit den paar Brocken signlanguage, an die ich mich noch  aus meiner Zeit im Dorf mit den tauben Jungen erinnerte.Damit machte ich die Amerikanerin Carla auf mich aufmerksam, die mit ihrem Mann in Bangalore wohnt und in einer Slumschule unterrichtet.Sie lud mich zu ihr nach Hause ein, was mir sehr gelegen kam, da ich mal wieder in den Genuss einer Dusche nach dieser langen Reise kam. Wir fuhren in einem klimatisierten Auto in ihre Villa.  Ich war mal wieder geschockt. Der absolute Wohlstand. Ein komplett amerikanisch eingerichtetes Haus mit riesen Küche und einem luxuriösen Badezimmer und einem monströsen     Fernseher. Wir unterhielten uns einige Zeit über die Arbeit in ihrer Schule und ich war etwas verwundert, dass eine Frau die in einer Slumschule arbeitet, in so einem luxusriösen Haus wohnt. Diese Frau muss jeden Tag aufs neue einen Kulturshock haben, wenn sie von der Schule nach Hause zurück kommt und andersherum. Nachdem ich mit deutscher Lindtschokolade , die sie im Dutyfreeshop in Frankfurt gekauft hatte, Coca Cola , Gummibärchen  versorgt wurde, bezahlte sie mir noch das Taxi, dass mich 1 ½ Stunden zum Busstop ans andere Ende der Stadt fuhr. Am nächsten Morgen erreichte ich dann am frühen morgen Trichy und war damit 33 Stunden unterwegs. Es war ein tolle Reise. In der Zeit in der ich alleine Unterwegs war habe ich mich manchmal aber doch einsam und alleine gefühlt  . Vorallem war es komisch, als ich in westlicheren Gegenden waren. Als ich in Hyderabad in der Mall war oder  in indischen Klamotten im westlicheren Viertel Mubais an Frauen vorbei lief, die Shorts oder Sommerkleider trugen. Man sollte denken, dass ich mich gerade dann irgendwie heimisch fühle, da es mich  an das westlichere Leben in Braunschweig erinnert. Das Gegenteil ist der Fall. Alles ist irgendwie so anonym und außerdem komme ich  mir in meiner indischen Kleidung in diesen Momenten ziemlich lächerlich vor und bin plötzlich wieder an einem Ort, wo es eine Rolle spielt wie man aussieht und nicht mehr einfach verschwitzt mit lockerem Pferdeschwanz und Schlabberklamotten, ungeschminkt durch die Gegend laufen kann, ohne komisch angesehen zu werden. Da ist man dann an dem Punkt, wo Inder sich anziehen wie Europäer und ich als Europäerin aussehe wie eine traditionelle Inderin.
Viele Inder finden es aber interessant, Europäer in indischen Klamotten zu sehen und sind sehr hilfsbereit und freundlich. Einmal sagte ich zu einer Frau in Mumbai, die mir  am Bahnhof beim Ticketkaufen geholfen hat, dass ich mich etwas alleine und verloren fühlte in dieser großen Stadt. Darauf antwortete sie, dass man in Indien niemals alleine ist. Und damit hat sie definitiv Recht. Es sind immer Menschen um mich herum. Außerdem scheint es so, als würden die Inder meine Familie ersetzen wollen, wenn ich alleine bin und sehen es als ihre Pflicht an mir zu helfen oder mich sicher vom einen Ort zum anderen zu bringen. In zwei Wochen schließt unsere Schule für die Sommerpause und ich werde nach Calcutta fliegen, um mir den Norden anzusehen. Es wird sich herausstellen, wie es für mich dort ist alleine unterwegs zu sein und ich werde sicherlich nach einiger Zeit auf Caro und Luise treffen, die zuerst nach Dehli fliegen. Jetzt ist  es schön wieder in Trichy zu sein. Die Schule ist zu Ende und es gibt für die nächsten zwei Wochen ein Sommercamp. Die meißten Schüler die daran teilnehmen, sind im Unterrichtsstoff etwas hinterher oder müssen beaufsichtigt werden, weil die Eltern arbeiten müssen. Luise und ich bekommen jeden Morgen ein paar Arbeitszettel in die Hand gedrückt, die wir dann mit den Kindern durchgehen. Hauptsächlich sind es Mathe und Englischübungen. Wir machen aber auch viele Konversationsübungen, um die Kinder zum flüssigen Englischsprechen zu ermuntern oder lassen sie Bilder malen.
Die Konzentrationsspanne ist allerdings sehr begrenzt. Es wird immer heißer in Trichy und wir  haben täglich acht Stunden ohne Strom und damit auch ohne Ventilator. Selbst wenn wir den Ventilator anhaben schwitzen wir und die Temperaturen werden sogar noch ansteigen.
Nach wie vor ist es ein Problem, dass wir keine sozialen Kontakte in Trichy haben und die Stadt kulturell nicht so viel zu bieten hat. Wir verbringen also sehr viel Zeit in unserem Zimmer, unterhalten uns oder kochen Pudding, machen uns einen frischen Mangolassi, waschen, lesen, hören Musik etc. Da wir aber uns schon seit 8 Monaten unsere Freizeit auf diese Art und Weise vertreiben, vermissen wir in diesen Tagen nach unserem Besuch Deutschland ein wenig und fangen an uns wieder auf unserere Rückkehr zu freuen.
Trotzdem haben wir es irgendwie immer nett zusammen und suchen uns täglich Dinge auf oder über die wir uns freuen können. Da steht noch der letzte Trip in den Norden an und danach das neue Schuljahr mit neuen Schülern.
Jetzt dauert es nicht mehr lange, bis ich wieder zurück bin. Wenn es Dinge gibt über die ihr gern bescheid wissen würdet oder euch Fragen offen bleiben in meinen Berichten, schreibt mir doch und ich werde versuchen sie in den kommenden Blogeinträgen zu berücksichtigen. Bis dahin genießt den Frühling, der vorallem in Braunschweig eingentlich echt immer schön ist, wenn alles wieder blüht und Leben in die Straßen kommt.

Friday, 20 April 2012

All the world is a stage


Die Zeit rennt schneller als ich und ich komme mit dme schreiben nicht mehr hibnterher. Dies ist der Blogpost von vor einem Monat, der naechste folgt in Kuerze

Vor kurzem waren Luise und ich wieder ein Mal in Kovalam am Strand. Dort haben wir Lioba und Luise, zwei Freunde von Luise getroffen, die eine Indienreise machen und uns immer mal wieder besucht haben. Außerdem habe ich Luise zum Geburtstag ein Essen im 5 Sternehotel in Kovalam geschenkt. Es ist auf einer  Klippe gebaut, von der man weit über das Meer schauen kann. Es gibt einen riesigen Pool, eine Cocktailbar und ein großes Buffet. Wir zogen uns unsere Seidenkleider an und setzen uns zuerst an die Cocktailbar, um die Ruhe, den Ausblick und was kühles zu trinken zu genießen. Zuerst war es ein Schock für uns. Eine solches Hotel hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen und ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, dass sich dies in Indien ändern würde. Als wir dort an der Bar saßen, wurden wir von dem Inder Jacob und seiner Freundin Synthia angesprochen. Es stellte sich heraus, dass Jacob, der mit 17 nach Las Vegas gezogen ist und  ein riesiges Unternehmen in Las Vegas mit Zweitsitz in Kovalam und einige Restaurants besitzt.  Einige Zeit im Jahr verbringt er also in Kovalam und kommt an den Wochenenden mit seiner Freundin ins Hotel und mietet sich ein Zimmer mit Meeresblick für über 200 Dollar die Nacht. Wir unterhielten uns den Abend über mit den beiden und  später als Luise 2 und Lioba vorbei kamen, luden sie uns zu Wein, Cocktails und ein paar indischen Tapas ein.
Am kommenden Tag wurden wir von den beiden zum Buffetessen ins Hotel eingeladen und anschließend wurden uns die Büroräume des Unternehmens gezeigt. Aus einer Mischung von der typischen indischen Gastfreundschaft und dem präsentieren des eigenen Reiches,  ließen wir uns alle durch die einzelnen Räume führen und sagten immer ooh, ahaa oder beautiful. Alles in Allem  war es wie auf einer Bühne. Kaum sind wir in einem edlen Hotel oder teuer eingerichteten Büroräumen, laufen wir aufrecht, essen mit Messer und Gabel und lachen freundlich die Menschen an, die uns entgegenkommen.  Am Abend wurden Luise und ich dann bis zur Bushaltestelle gefahren und uns wurden 6 Pizzen mit auf den Weg gegeben.  Selbstverständlich waren das zu viele. Da wir ständig Stromausfall haben können wir den Kühlschrank nicht nutzen und nach kurzer Zeit waren die Pizzen vergammelt. Es war es ein schönes und interessantes Wochenende. Ich schreibe darüber weil dieser Unterschied zwischen ganz Reich und ganz Arm so erschreckend für mich war. Die Bilder hier zeigen einerseits das Essen, dass Luise und ich täglich auf dem Dorf gegessen haben und das Essen was wir einmalig im Hotel genießen konnten.
.Jetzt sitzen wir wieder  in Trichy in unserem kleinen Zimmer ohne Strom und fließend Wasser und sind trotz des niedrigeren Lebensstandars doch irgendwie froh, nicht auf Dauer die Rolle der reichen weissen, die sich im feinen Hotel benehmen sollte oder der interessierten, von all dem Reichtum beeindruckten Mädchen zu spielen, in die wir uns irgendwie gedrängt gefühlt haben.
Wie Shakespeare schon sagte all the World is a stage.
Dieses Zitat von William Shakespeare schwirrte mir eine weile im Kopf herum, als Luise und ich vor einigen Monaten in Kovalam am Strand den netten Australier William kennen gelernt haben, der diese Worte auf seinem Oberarm  tätowiert hatte. Das Wochenende mit Jacob und  das Schulfest letzte Woche haben mich wieder daran erinnert.
Gefeiert wurde der Gründungstag der Schule vor 11 Jahren, in der Luise und ich nun täglich unterrichten.
Die Kinder haben die unterschiedlichsten Tänze aufgeführt, Theaterstücke eingeübt oder Reden gehalten. Diese Art von Feiern, haben wir nun schon einige miterlebt. Die Inder hier scheinen ganz verrückt danach zu sein, besondere Leute einzuladen und dann unterschiedliche Dinge vorzuführen. Diese Festlichkeiten ziehen sich immer total in die Länge. So auch dieses Mal.
Die Schulleiterin und unsere Chefin haben lange Reden gehalten und wie immer sehr stolz verkündet, Freiwillige und Studenten aus Deutschland und den Niederlanden da zu haben, die so viel für die Schüler tun. Mich und Luise hat das stark verwundert, da wir eigentlich nicht das Gefühl haben, dass unsern Chefs es besonders wichtig ist, dass wir da sind und unsere Arbeit ansonsten nicht besonders gewürdigt wird. Wie immer bei solchen Veranstaltungen haben wir uns als Vorführobjekt gefühlt. Es wertet die Organisation nämlich in den Augen vieler Inder auf, dass Europäer in den Schulen oder Hostels mitarbeiten.
Nachdem aber der offizielle Teil vorüber war, war es toll den Kindern bei ihrer Performence zu zusehen. Luise und ich hatten auch einen Auftritt mit unserem Schulchor. 3 kleine Lieder haben   wir mit einer Gruppe von ca 10 Kindern zum Besten gegeben. Luise war wieder verantwortlich für die musikalische Begleitung mit Gitarre und Klavier. Ich habe mich um eine Art Performance gekümmert. Wir haben eine Einsingübung auf Deutsch vorgeführt, bei der abwechselnd Obstsorten in unterschiedenlichen Tönen gesungen werden. Damit die Zuschauer verstehen konnten um welches Obst es sich gehandelt hat, haben  die Kinder im schnellen wechsel immer die jeweilige Frucht in die Höhe gehalten. Das hat auch zimlich gut funktioniert und dem Publikum scheint es auch gefallen zu haben. Besonders gefallen hat mir das Drama meiner fünften Klasse auf tamil. Ich habe es nicht ganz verstanden aber ich fand die Kostüme schön und die Gesten und Mimiken, die sehr aussagekräftig waren.
Leider habe ich nur noch drei Unterrichtsstunden mit dieser Lieblingsklasse von mir. Danach werde ich zwei Freunde in Bombay treffen und wenn ich zurückkomme, ist das Schuljahr für sie zu Ende und sie gehen auf die höhere Schule. Ich habe in der Klasse abstimmen lassen, was die Kinder noch durchnehmen wollen. Ein Mitspracherecht bei Unterrichtsthemen ist den Kindern etwas vollkommen neues. So musste ich erst ein Mal das System der Demokratie erklären, wieviele Stimmen jeder hat etc. Der Großteil der Kinder möchte etwas über China und Malasia hören. Diesen Wünschen werde ich nachgehen und muss mich also über zwei für mich ebenso fremde Länder informieren. Die letzte Stunde werde ich ein Spiel machen und eine Art Feedbackrunde.
Andria ein Mädchen aus der fünften, die häufigin den Pausen zu mir kommt um sich mit mir zu unterhalten werde ich schon ein wenig vermissen, wenn ich Mitte April zurück in die Schule komme. Sie wollte unbedingt ein Foto mit mir machen, wissen wie mein Zimmer in Deutschland aussieht und meine Familie. Sie möchte wissen, was meine Lieblingsfarbe ist und welche Bücher ich gern lese oder welche Spiele ich gern spiele. Es ist schoen zu wissen, dass es Schueler gibt denen mein unterricht etwas bedeutet.