Friday, 26 August 2011

Angekommen



Liebe Freunde im fernen Deutschland,

jetzt bin ich schon mehr als eine Woche in Indien und habe schon so viel erlebt, dass es längst nicht alles in eine Mail passt.
Am Sonntag den 14. August kamen wir vormittags in Chennai an.Draußen wartete ein Fahrer von dem Hostel auf uns, in  dem wir  untergebracht waren. Die Fahrt zum Hostel war unglaublich eindrucksvoll, beängstigend und vor allem heiß. Von den Verkehrsregeln, die ich in meiner Fahrschule gelernt habe, kann man hier keine anwenden. Die Fahrbahnmarkierungen, Anschnallgurte sowie sehr sparsam eingesetzte Zone 30 Schilder, dienen nur zur Dekoration und finden keinerlei Verwendung. Auf den Straßen sieht man häufig Motorräder, auf denen ganze Familien Platz finden.Vater, Kleinkind und die Mutter, die sich ein Neugeborenes unter den Arm geklemmt hat.
Die Tage in Chennai verliefen ganz gut für mich und die anderen beiden Freiwilligen.Da wir kein Einführungsseminar hatten wie die anderen Freiwilligen, die erst Anfang September ankamen, mussten wir uns selbst in diese neue Kultur einführen. Vor allem hatten wir mit dem für uns nur schwer verständlichen Englisch, dem wirklich scharfem Essen und der Hitze zu kämpfen. Wir machten aber auch einige nette Erfahrungen, vor allem mit den Inderinnen am Strand.Ein Maedchen holte ein Baby und drueckte es uns einfach einer nach der anderen in den Arm, als lebendige Attraktion sozusagen.
In Chennai haben wir uns unsere ersten Chudidars (bestehend aus einer Stoffhose einem langen  Shirt, und einem Schal, der über die Brust gelegt wird) gekauft. Dies ist die typische Kleidung für unverheiratete Frauen.
Irgendwie haben wir es dann geschafft uns ein Ticket für den Zug nach Trichy zu kaufen. Es dauerte einige Zeit bis ich verstand, dass die blauen Bänke, die übereinander mit einer Hängevorrichtung an der Wand befestigt sind, keine Gepäckablagen sondern Liegen sind, auf denen man schlafen kann. In Trichy holte uns dann unser Chef und seine Frau ab.
Wir fuhren zu ihrer Wohnung und bezogen ein Zimmer in der Wohnung unter ihnen.In den letzten Tagen haben sie uns gut mit nicht zu scharfem Essen versorgt. Die nächsten drei Monate werden die beiden in den USA sein. Daher hat unser Chef uns mitgeteilt, dass wir in diesen Monaten in einem Jungenheim arbeiten werden,in einem kleinen Dorf, eine Stunde mit dem Bus von Trichy entfernt.
Seit einigen Tagen wohnen wir schon in diesem Jungenheim in einem Dorf, dass so klein ist, dass es nicht einmal einen Obststand gibt. In diesem Heim wohnen ca. 90 Kinder mit und ohne Behinderungen.
 52 % von ihnen haben eine Behinderung. 30 von ihnen sind Taubstumm. Einige Kinder sind blind oder haben Autismus.Als wir ankamen nahm mich ein taubes Kind an die Hand, führte mich herum und erklärte mir alles mit seinen Händen.
 Später hat jedes Kind seinen Namen gesagt, in welche Klasse und auf welche Schule es geht. Meine Mitfreiwillige und ich konnten uns leider nur einen der vielen Namen merken. Martin!
Die nächsten Tage haben wir eine Menge zu lernen. Tamil, die tamilische Gebärdensprache, Südindische Küche und eine Menge Namen. Jetzt schreibe ich euch aus Trichy , der naechst groesseren Stadt, in die wir uns am Wochenende zurueckziehen koennen, da wir immer noch ein Zimmer hier haben im Hause unseres Chefs.Alles in allem hatte ich hier einen guten Start, mit freundlichen und toleranten Leuten, die uns wie es scheint viel Raum und Zeit geben uns hier einzugewöhnen. Ich hoffe es geht euch allen gut. Ich schicke euch ein paar Sonnenstrahlen. Hier gibt es genügend.

Ganz liebe Grüße Marlena

2 comments:

  1. Liebe Malle,
    lass es dir richtig gut gehen und genieß die Zeit. Es klingt alles super aufregend und ich bin gespannt, was du noch alles erleben wirst.
    Alles liebe,
    Lisa Bube

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  2. Marlene,
    hab Dank, dass Du mich mit Deinen Beschreibungen zurück nach Indien holst. Ich kann mir die Luft, die Gerüche, den Geräuschpegel, die Hitze, den Staub, die Gewürze des Essens ... und überhaupt alles Neue, das auf Euch einströmt, gut vorstellen. - Wie es faziniert und manchmal sicher auch erschlägt.
    Ich wünsche Dir weiterhin wache Augen und eine große Offenheit für alle Erfahrungen, die Du machst.
    Gott segne Dich!
    Dein
    Lars

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